VJ-Marktplatz

Es gibt ständig neue Trends und Entwicklungen, die für Videojournalisten gemacht oder zumindest von ihnen genutzt werden. Obwohl ich Meilen davon entfernt bin diesbezüglich wirklich auf dem Laufenden zu sein, sollen hier die Dinge stehen, die ich so aufschnappe, ausprobiere und mitbekomme.

 

Licht

Protagonisten ins rechte Licht zu rücken, ist vor allem für Videojournalisten oft ein Problem. Wir haben in der Regel keinen Beleuchter dabei, der uns schnell ein paar Lampen stellt, und so das richtige Ambiente zaubert. Nein, wir sind meist allein, dazu oft auch noch irgendwie „unterwegs“, so dass wir häufig nicht viel rumschleppen können und mit dem verfügbaren Licht auskommen müssen. Das klappt ja auch oft ganz gut, wenn man versucht ein paar Dinge zu beachten (starke hell/dunkel-Unterschiede im Bild vermeiden, Personen nicht vor helle Flächen wie z.B. Fenster stellen, versuchen, die Lichtquelle im Rücken zu haben, so dass die Person im Licht steht, usw.).

Trotzdem ist eine kleine Lampe, die das Gesicht etwas aufhellt, den Augen ein wenig Glanz verschafft oder einfach ermöglicht etwas abzublenden, damit der Hintergrund nicht abbrennt, häufig eine schöne Sache.

Noch vor ein paar Jahren waren Lampen riesig, Akkus hielten nur ein paar Minuten und vor allem Tageslichtleuchten waren unbezahlbar. Heute gibt es LED-Lampen und die Situation hat sich grundlegend geändert. Schon für ein paar Euro gibt es kleine, batteriebetriebene Lämpchen, die richtig hell machen, lange strahlen und gar nicht mehr teuer sind. Sie haben oft eine Halterung mit der man sie in den Blitzschuh der Kamera schieben kann.
[Da ich dort oben meine Funkstrecke untergebracht habe, sitzt die Lampe bei mir vorn auf der Objektivabdeckung (befestigt mit Klettband – hält prima!)].

Die meisten verströmen Tageslicht mit einer Lichttemperatur von 5400-5600 Kelvin. Das entspricht genau den Preset-Werten der meisten Kameras für einen Tageslicht-Weißwert. Dreht man drinnen und die Lichtstimmung wird von Kunstlichtlampen dominiert, kann man mit Filterfolien die Lampen konvertieren. Aus Tageslicht wird so Kunstlicht (mit Einbußen bei der Lichtausbeute). Neu auf dem Markt sind sogenannte Bi-LED-Leuchten. Sie sind ebenso klein und handlich, haben aber zwei verschiedene Arten von LEDs. Die einen emittieren Tageslicht, die anderen Kunstlicht (3200 K). Sie sind unabhängig voneinander regelbar, je nach Lichtsituation, kann man sich also sein Licht zusammenmischen. Auch schnelle Wechsel, beispielsweise während einer begleitenden Reportage und einem Gang von einem „Kunstlichtraum“ ins Tageslicht, lassen sich bewerkstelligen.

 

 

 

Hersteller gibt es verschiedene für diese Lampen. Produziert werden die meisten in China. Die Firma Nanguan produziert zum Beispiel die Bi-LED Lampe CN-160CA. Bestellt man hier in Deutschland, ist der günstigste Preis, den ich gefunden habe, rund 120.- €. Wer im Internet ein bisschen rumsuchen möchte, es soll die Möglichkeit geben direkt in China zu bestellen (ich hab´s allerdings auf die schnelle nicht gefunden). Da gibt es die Lampe wohl schon für rund 40.- € (inklusive Versand und Zoll). Sollte jemand die China-Quelle finden, ich wäre dankbar für einen Link.

 

DSLR-Kameras (engl. digital single lens reflex)

Sind im Moment der absolute Renner. Sie sind verglichen mit qualitativ ebenso guten Videokameras sehr günstig in der Anschaffung und liefern einen ganz eignen, sehr professionell wirkenden Look. Eigentlich sind es ja Fotoapparate mit einer Videofunktion. Ihr großer Vorteil neben dem kleinen Preis (Panasonic Lumix GH2 Gehäuse unter 700 €, Canon EOS 550D sogar unter 500 €) ist die sehr hohe Auflösung und die extreme Lichtstärke. Bei einer Pixelzahl von bis zu 15 Mio. sind sogar nachträgliche Detailvergrößerungen von Bildelementen sehr gut möglich.

Im Unterschied zu den Videokameras haben sie einen sehr viel größeren Chip (2/3 Zoll).  Der beschert einerseits Vorteile, anderseits macht er manche Dinge aber auch sehr viel komplizierter. Der große Chip ermöglicht eine extreme Schärfentrennung innerhalb der Bilder. Daraus ergibt sich der besondere Look. Nur wenige Bildinhalte sind im Focus. O-Töne oder geplante Beiträge können so in einer besonderen Ästhetik gedreht werden. Sobald die zu filmende Aktion ungeplant verläuft, kommen die Nachteile zum Tragen. Aufgrund des geringen Schärfebereichs sind beispielsweise Reportagen nur sehr schwer zu realisieren. Auch die Schärfe exakt zu finden ist oft schwierig. Da es sich wie erwähnt meist um Fotoapparate handelt, wird der Ton bei den Kameras vernachlässigt. Er muss also am besten seperat aufgenommen werden. Mittlerweile sind die Chips der DSLR-Kameras allerdings auch in Videokameras verbaut. Der Anschluss eines guten Mikros ist dann kein Thema mehr. Ein Beispiel ist die Panasonic AG-AF101.

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